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Episode 27
  Episode 27: Der neue Weg
Die anwesenden Wächter vernahmen es im gleichen Moment wie Green es selbst spürte; sie fühlten es und als sie sich umdrehten, sahen sie das plötzliche Aufleuchten eines Lichtes, inmitten des Kampffeldes. Green hielt das Glöckchen mit beiden Händen fest an sich gedrückt, die Augen geschlossen und flüsterte leise, nur für sich selbst hörbar:
„So, mein Glöckchen… es ist Zeit aufzuwachen.“
Das Glöckchen hörte sie; das wusste Green, denn sie spürte, wie das Glöckchen die Schwärze um sie herum in sich aufnahm und es in dessen Innerem sammelte, wo es sich in Licht verwandelte; ein Licht, dass willkommen geheißen wurde – ein wahres Freudenfest in ihrem Inneren auslöste.
Es war so warm; genau wie das erste Mal, als Green die wohltuende Lichtmagie auf ihrer Haut, in sich selbst, gespürt hatte. Genau wie damals strahlte das Glöckchen in hellem Licht, badete Green und legte sich wie eine warme Umarmung um sie; wärmend, beschützend und heilend: Der tiefe Riss, der die Oberfläche des Glöckchens entstellt hatte, wurde vom Licht wiederhergestellt und Green spürte, dass sie geheilt waren:
sie und ihr Glöckchen waren geheilt.

Die Dunkelheit, welche sich eben noch aufdringlich um Green herum befunden hatte, war von ihrem Glöckchen vollkommen aufgenommen worden und so befand sie sich plötzlich mitten auf dem Kampfplatz; inmitten von Dämonen, die instinktiv einige Schritte zurückwichen, und Wächtern, die sie ungläubig anstarrten, während sich ihre Finger von ihrem Glöckchen lösten, wo es in der Luft schweben blieb; wartend, auf den Befehl seiner Besitzerin.
Einen Augenblick lang sah Green sich um, sah ihre Feinde und ihre Mitstreiter an; sie wusste, wen sie töten musste, wen sie heilen musste und eigentlich interessierten sie beide Parteien nicht sonderlich.
Nein, im Moment interessierte sie sich nur für sich selbst. Sie spürte das Licht, das durch ihre Adern pulsierte, den Drang des Glöckchens, wieder zu einer Waffe zu werden, und fühlte ein unbeschreibliches Glücksgefühl in sich; ein triumphierendes Gefühl, welches sie zu einem Lächeln brachte. Keines, was eine Hikari kleidete, nein, es war ein Lächeln, welches sie, Green, auszeichnete. Ein selbstbewusstes Lächeln, ein siegessicheres, welches sich zu einem Grinsen verwandelte, als sie das Glöckchen zu einem Stab verwandelte.
Und als ihre Finger das blanke Material des Stabes berührten, fühlte sie sich, als wäre sie mit einem längst vergessenen Freund wieder vereint.


Einer der anwesenden Dämonen fuhr zusammen, im gleichen Moment, in dem Green ihr Licht wiedergefunden hatte. Keiner der Fürsten ließ sich von den spannenden Begebenheiten inmitten des Saales ablenken, doch Karou hatte für einen kurzen Moment das Interesse daran verloren. Er schaltete seinen Minicomputer ein, welcher kompakt unter seinem Ärmel an seinem rechten - dem echten - Arm befestigt war; der Computer besaß keine Tastatur oder sonstige Eingabemittel, sondern bestand nur aus einem kleinen 10 x 10 Bildschirm, welcher genauso gut ein Mp3-Player hätte sein können. Er benötigte keine Eingabemittel, da der Computer direkt mit Karous Gehirn verbunden war. Schon nach wenigen Sekunden zeigte das kleine Gerät ein Meer von Ziffern und Buchstaben an, welches Karou zu dem Schluss kommen ließ, dass es Zeit war, Lycram in seiner Wut zu unterbrechen.
Ohne Scheu oder Ehrfurcht vor den Fürsten zu haben, federte Karou sich von der Wand ab, wo er zuvor im Dunkeln gelehnt hatte und schritt auf Lycram zu. Während des Gehens holte der Dämon sich ein Kabel aus seiner Innentasche, welches sich Richtung Boden verlängerte und sich in der Dunkelheit verlor. Alle außer Lycram, da Karou hinter ihm zugange war, hatten ihn bereits bemerkt, während der Fürst ihn erst relativ spät realisierte; zu sehr war er damit beschäftigt das Ruder wiederzuerlangen, welches Ri-Il ihm glorreich entrissen hatte. Daher bemerkte er erst relativ spät, dass niemand ihm mehr zuhörte, doch nach dieser Erkenntnis wandte er sich zu der Person herum, die ihm die Aufmerksamkeit stahl.
„Was zur Hölle willst du?!“ Karou sah ihn nicht an, sondern blickte auf sein Display, als er antwortete:
„Ich denke, wir müssen uns einem anderen Thema zuwenden.“
„Ach ja?! Das bestimme immer noch ich, du…“
„Lass ihn“, war es diesmal nicht Ri-Il, der ihn zurechtwies, sondern Lerou, der sich zum ersten Mal in dieser Konferenz zu irgendetwas äußerte. Sein Interesse schien jedoch nicht sonderlich gestiegen zu sein, denn nach wie vor fand er die weinroten Haare Luzils interessanter als die politischen Begebenheiten.
Lycrams Mundwinkel, so wie eine Pulsader, pochten gefährlich, als er mit zurückgehaltener Wut antwortete:
„Wie Ihr wollt, Majestät.“
Karou achtete weder auf Lerou noch auf Lycram und erst recht nicht auf Ri-Ils Blick, den er aus den Augenwinkeln heraus realisierte. Er machte sich ebenfalls keine Mühe das Thema zu erklären, sondern ließ die Videoübertragung für sich sprechen, welche neben ihm mitten aus dem Nichts auftauchte und nach einem kurzen Flimmern ein Bild zeigte.
„Dies sind die aktuellen Kampfhandlungen in Südkanada.“
Die aktuellen Kampfhandlungen in Südkanada sahen alles andere als günstig aus für die Dämonen: nicht nur, dass ihr Nox-Zauber genauso schnell wieder neutralisiert worden war, wie er gekommen war, nun hatten sie es auch mit einer Hikari zu tun – einer Hikari, auf die sie niemand vorbereitet hatte und die sich regelrecht danach sehnte, wieder in Aktion treten zu können.
Sie war anders; das wurde den überrumpelten Halbdämonen schnell bewusst, als Green ihnen nicht eine Lichttechnik um die Ohren warf, sondern dem nächstbesten Dämon ihren polierten Lackschuh, ausgerüstet mit fünf Zentimeter hoher Hacke, an den Kopf schleuderte, den zweiten gleich hinterher, ehe sie dem verwirrten Dämon über die Schulter sprang und ihn von hinten mit einem „Spirit of Light“ durchbohrte.
Anstatt sich erst einmal nach dem nächsten Gegner umzusehen, riss Green ihren langen, dunkelblauen Rock entzwei und lockerte grinsend ihren Kragen, ohne den nun auch geschockten Wächtern, da sie nun freien Blick auf die Oberschenkel der Hikari hatten, Beachtung zu schenken.
„Also!“, sagte Green mit einer spielerischen Stimme, während sie sich eine Haarsträhne hinter das Ohr schob:
„Wer ist der nächste?“


In fast dem gleichen Moment, wie Karou die Liveübertragung gestartet hatte, war auch eine Übertragung im Jenseits eingeschaltet worden, die genau die gleichen Geschehnisse zeigte. Genau wie es bei den Dämonen der Fall gewesen war, hatte das eigentliche Thema sich schnell hinten eingereiht und ebenso fassungslos starrten die Hikari auf den großen Bildschirm. Sie sagten nichts; doch die Erleichterung, dass Green ihr Licht wieder gefunden hatte, war beinahe greifbar. Obwohl Whites Augen, wie die der anderen Hikari, auf dem Bildschirm hingen, sackte sie erleichtert in ihrem Stuhl zusammen, ein erfreutes Lächeln auf dem Gesicht, denn für einen Moment waren die düsteren Gedanken über Bannkreise und Flötenspieler verpufft; hatten Platz gemacht für ein angenehmes Gefühl von Glück.
„Ein Wunder…wer hätte gedacht, dass es sie noch gibt?“, war es Adir, der damit das Schweigen brach, mit einem ebenso erleichterten Unterton, welches auch das Lächeln Whites auszeichnete. Doch es lag eine weitere Bedeutung hinter Adirs Worte, eine Bedeutung die Shaginai sofort witterte, als sein Mithikari diese Worte aussprach. Eine Tat vollbringen, die als „Wunder“ definiert werden konnte, war für Hikari die Bedingung den ersten Rang erklimmen zu können. Doch obwohl Shaginai ebenfalls erfreut über den Verlauf der Dinge war, weckte der Gedanke Green auf den ersten Rang zu befördern alles andere als Behagen in ihm. Dieser Gedanke wurde plötzlich von dem untermauert, was er vor sich auf dem Bildschirm sah und was ihn zu einem Stirnrunzeln brachte, was ihm andere Hikari gleichtaten. Der einzige, der das Geschehen in Südkanada jedoch kommentierte, war Seigi:
„Sagt mal, hat Greenchen da ihre Schuhe geworfen?“ Und ein paar Sekunden später fügte Mary schockiert hinzu:
„Und entblößt sie just in diesem Moment ihre nackten Beine?!“ Das kurze entsetzte Schweigen, welches daraufhin folgte, war Antwort genug und ein perfektes Zeugnis davon, dass die Hikari alles andere als begeistert von Greens Kampfstil waren. Adir versuchte, diese Ereignisse zu belächeln und sagte ein wenig unsicher:
„Hauptsache ist doch, dass Green-san ihr Licht wiedergefunden hat. Alles andere lässt sich sicherlich richten.“ Shaginai unterdrückte ein verächtliches Schnaufen, als er antwortete:
„Ich glaube, dass wir einen langen und steinigen Weg vor uns haben.“


In diesem Moment ließ Green allerdings nicht nur die Dämonen in Südkanada alt aussehen, sondern auch zwei Halbdämonen, welche sich in ihrer Haut plötzlich noch unwohler fühlten als ohnehin schon.
Ohne Kommentar sahen sämtliche anwesende Dämonen zu, wie Green geschwind zwischen den Halbdämonen hindurch huschte, ihren Attacken entwich, um sie dann hinterrücks mit einer ihrer Lichtattacken zu töten. Mit ihren Wächtern schien sie nicht zu kooperieren, stand auch keine Minute still, um diese gegebenenfalls zu heilen und schien auch auf deren Hilfe zu verzichten – einer von vielen Fehlern, die sie machte, und die sie wohl in einem größeren Kampf gegen mächtigere Gegner Kopf und Kragen gekostet hätten. In diesem Moment wirkte ihr Auftreten allerdings ziemlich überzeugend, denn es war nicht ihr Kampfstil, der die Dämonen dazu brachte zu schweigen, sondern die Tatsache, dass sie Licht einsetzte, mit anderen Worten: im Begriff ihrer Magie war.
Einer der Anwesenden wandte sich jedoch recht schnell vom Bildschirm ab und sah triumphierend zu seinem selbst ernannten Widersacher, denn erfreut spürte er, wie das Ruder wieder in seine Hände gelang. Ri-Il bemerkte den herausfordernden Blick Lycrams, doch ignorierte ihn; erst einmal. Er sah ernst aus, ein Anblick, der Blue und Silver beunruhigen sollte, doch sie beide waren zu sehr von dem Bildschirm gefesselt: eine Aufnahme, die sie bedrücken sollte, doch die Sorge um ihre eigene Haut wurde von der aufkeimenden Erleichterung beiseite gedrängt. Die Erleichterung, dass Green wieder stand, dass es ihr gut ging, sie sich nicht von ihnen hatte beerdigen lassen…oder einfach darüber, dass sie Green wiedersahen, nach einer so langen Zeit.
Blue ertappte sich sogar dabei, wie er sich zu sehr hineinsteigerte und Green beinahe zurief, dass sie ausweichen sollte, wenn hinter ihr ein Dämon auftauchte. Doch er konnte sich zurückhalten und es gelang ihm sogar keine Miene zu verziehen, was ihm besonders schwer fiel, als die Erleichterung und Freude plötzlich von einem erneuten Gefühl beiseite geschoben wurden. Ein Gefühl, das er nicht so recht definieren konnte, jedoch wusste, dass er es nicht mochte. Er mochte keine Dinge, die er nicht kannte und das Gefühl, als Green von einem anderen gerettet wurde als ihm, mochte er ganz gewiss nicht: besonders, als er den lächelnden Wächter erkannte, der Green so höflich aufgefangen hatte und bei welchem sie sich ebenfalls lächelnd zu bedanken schien: Saiyon.
Doch das kurze Aufflammen dieses Gefühls verschwand schnell wieder, ohne, dass es dem Gefühl gelungen war, an die Oberfläche zu gelangen: nach wie vor zeigte sich Blues Gesicht uninteressiert. Dennoch hatte Silver die kurze Veränderung in seinem Bruder bemerkt, nachdem er sich von der Übertragung abgewandt hatte. Er selbst kannte Saiyon nicht und konnte sich daher nur eine ungefähre Vorstellung davon machen, woher die plötzliche Veränderung in seinem Bruder kam.
Während der Kampf Greens weiter über den Bildschirm flimmerte, wandten sich die anwesenden Fürsten nun von der Übertragung ab, um miteinander zu diskutieren, bezüglich sich zu streiten, denn der Umgangston war alles andere als freundlich. Bevor sie sich allerdings wieder Silver und Blue zuwandten mit der Frage warum zum Teufel Green ihre Lichtmagie besaß, schnitt die Stimme der einzigen Fürstin durch das Wirrwarr wie ein scharfes Messer:
„Könnten wir gefälligst erst einmal die Frage klären, welcher von euch Männern so bescheuert war und seine Horde ausgesandt hat, nachdem wir einstimmig abgeklärt hatten, dass wir es nicht mehr tun würden?“ Die unbeschwerte Antwort kam sofort und ohne jegliche Angst vor irgendwelchen Vorwürfen.
„Ich war das. Ist daran irgendetwas schlimm?“ Es war die Stimme der sogenannten Majestät und kaum hatte er dies gesagt, wünschten sich einige der Fürsten sich entweder etwas, womit sie sich selbst den Kopf einschlagen konnten - oder ihm. Lycram himmelte genervt mit den Augen, während Karou sich nichts dabei dachte: das einfältige Benehmen seines Zwillings hatte ihn schon lange abgehärtet.
„Seht Ihr, Majestät…“, begann Lacrimosa mit der einlullenden Stimme einer Frau:
„In den ganzen letzten Versammlungen haben wir die nächsten Kriegsschritte geplant und wir waren uns alle einig, dass wir keine unserer Halbdämonenhorden dazu gebrauchen würden, die Wächter anzugreifen, da wir sie sparen wollen. Erinnert Ihr Euch? Ihr habt zugestimmt.“
„A-aber mir war langweilig…“ Obwohl Blue die Gesichter der Fürsten nicht sehen konnte, sah er förmlich vor sich, wie sie die Augen verdrehten und ihm wurde klar, dass die Gerüchte, dass Lerou genauso dumm war, wie er stark war, durchaus wahr waren. Seufzend sagte einer der Fürsten, ob er sich dann nicht bitte seiner Vermehrung widmen konnte, wenn ihm langweilig war, doch die Erwiderung darauf hörte Blue nicht mehr, denn im gleichen Moment wie er eine bekannte Hand auf seiner Schulter spürte, wurden er und Silver auch bereits aus der Konferenz entlassen und fanden sich verblüfft vor der großen, schwarzen Tür wieder, durch die sie knapp zwei Stunden vorher gegangen waren.
„Was zur Hölle soll das denn?!“, fragte Lycram sofort, nachdem er bemerkte, dass Ri-Il die beiden Halbdämonen aus dem Saal teleportiert hatte. Wütend stemmte er seine Hand in seine Hüfte und fuhr mit lauter Stimme fort, so dass die eben geführte Diskussion über Lerous Langeweile abrupt abgebrochen wurde:
„Ich war mit den beiden Mischlingen noch nicht fertig und sie verlassen erst den Raum, wenn ich sie hinausgeworfen habe!“
„Aber, Lycilein. Es gibt nichts, was sie dir noch sagen könnten, was ich dir nicht auch sagen kann und kleine Kinder gehören nun einmal zu einer gewissen Uhrzeit ins Bett.“ Ri-Il grinste unbeschwert als er dies sagte; ein Gefühl, welches nicht von Lycram nachempfunden wurde – ganz im Gegenteil sogar, denn aus lauter Wut packte Lycram Ri-Il an dessen Stehkragen und fauchte:
„Verarsch mich nicht, du Arschloch!“ Abwehrend hob der Angefauchte die Hände, doch sein Grinsen verschwand nicht, was Lycram scheinbar noch wütender machte, doch abbrechen tat ihn nicht Ri-Il, sondern Lerou:
„Ich habe keine Lust mehr, also kommt endlich zum Punkt.“ Lycram schien nicht im Sinne zu haben, auf den momentanen Machthaber zu hören; zu sehr war er damit beschäftigt Ri-Il finster anzuknurren, bis dieser folgendes sagte:
„Lycilein, hast du nicht gehört, was unsere Hoheit gesagt hat? Ihm ist langweilig und das geht doch nicht.“ Widerwillig ließ Lycram seinen Kontrahenten los, doch nicht, weil er es einsah, sondern weil ihm wieder einfiel, dass er ja noch ein As im Ärmel hatte. Ein As, das zwar nicht so schmackhaft war wie eine Faust in Ri-Ils grinsende Visage, aber doch ein guter Ersatz war.
„Gut. Dann lass uns doch zum Punkt kommen“, sagte er, nachdem er die Arme über der Brust verschränkt hatte:
„Ist ja schön und gut, die Sache mit der Heilmagie. Aber wie erklärst du uns die Tatsache, dass das Hikariweib ihre Lichtmagie wieder hat? Gehört das auch zu deinem Plan zugunsten unserer Rassen?“ Das Grinsen, welches sich auf Lycrams Gesicht manifestierte, nachdem einer der anderen Fürsten ihm Recht gegeben hatte, versteifte sich schnell, als Ri-Il nach einem kurzen Schweigen in sich hinein lachte.
„Was ist so witzig?!“
„Ach, ich wundere mich nur darüber, dass diese Frage überhaupt gestellt wird.“ Lycrams Augenbrauen hoben sich langsam und skeptisch fragte er, was Ri-Il damit meinte, obwohl er die Antwort eigentlich nicht hören wollte, denn er hatte nicht im Gefühl, dass sie zu seinen Gunsten ausfallen würde.
„Du hast sicherlich nur nicht richtig zugehört in deiner Wut, Lycilein. Das passiert jedem mal.“ Der Angesprochene konnte Ri-Il genauso wenig folgen wie die meisten anderen Fürsten, doch es war nicht Lycram, der ein weiteres Mal nachhakte, sondern Lerou, der seine Stimme erhob und überraschenderweise den entscheidenden Funken brachte:
„Heilmagie ist doch auch Lichtmagie, oder nicht?“ Alle Fürsten, samt Karou, wandten sich in diesem Moment zu Lerou herum, fassungslos, dass dieser doch tatsächlich mal seine paar grauen Zellen zum Denken benutzt hatte und obendrein dem Gespräch auch noch zu folgen schien. Ri-Il, der vor Überraschung seine Augen geöffnet hatte, schloss sie nun wieder und setzte ein geübtes Grinsen auf, während er erfreut in die Hände klatschte und Lerou mitteilte, dass dieser genau richtig lag.
„Unsere Lordschaft hat natürlich vollkommen Recht. Wenn eine Hikari keine Lichtmagie besitzt, dann kann sie auch nicht heilen.“ Ein zustimmendes Gemurmel war zu vernehmen, welches jedoch schnell aufgebrachter wurde.
„Soll das jetzt etwa heißen die heilt uns mit Lichtmagie? Das kann doch gar nicht hinhauen.“
„Also ich lasse ganz sicher keine Hikarischlampe an mich heran.“
„Ich finde sowieso, eine tote Hikari ist besser als eine Heilung. Ich werde sowieso nicht verletzt!“
„Ha! Die wirft uns doch sowieso nur mit ihren Schuhen ab.“ Ein sehr einfältiger Witz, doch er fand bei einigen Fürsten Anklang, so dass Ri-Il warten musste, bis das Lachen sich gelegt hatte und sie obendrein wieder gewillt waren, zuzuhören.
„Es ist noch zu früh, um zu beurteilen, wie der Heilungsprozess vonstattengeht. Aber Fakt ist, dass…“
„…dass es im Bereich des Möglichen liegt.“ Verwundert sah Ri-Il über die Schulter zu Karou, der ihn unterbrochen hatte: ein ungewöhnliches Unterfangen.
„Die momentane Hikari unterscheidet sich von ihren Vorgängern“, fuhr Karou monoton fort, wurde jedoch von einem Fürst unterbrochen, der wieder betonte, dass Green immerhin mit Schuhen um sich warf, doch Karou überhörte ihn und fuhr fort:
„Kurai Yogosu Hikari Green ist in der Lage, Dunkelheit in Licht zu konvertieren und daher besteht die Möglichkeit, dass dies auch umgekehrt der Fall ist. Es benötigt weitere Untersuchungen, doch theoretisch wäre es möglich, dass der Heilungsprozess auf dieser Fähigkeit basiert.“ Ri-Il konnte nicht gerade behaupten, dass ihm diese Einmischung gefiel, denn er konnte sich keinen Reim daraus machen, warum Karou dies tat – und er mochte Dinge, die er nicht verstand, genauso wenig wie Blue.
„Gut und schön“, sagte nun ein Fürst, der sich bis jetzt noch gar nicht zu Wort gemeldet hatte und bei dessen Stimme Lycram hellhörig wurde.
„Ich sehe ein, dass eine mögliche Heilung für unsere Rassen zum großen, unabdinglichen Vorteil sein könnte und dass es wichtig war, die Hikari nicht zu töten. Doch es gibt eine Sache, die ich nicht ganz verstehe, Ri-Il-san. In den vielen Berichten, die Sie uns vorgetragen haben, war deutlich zu vernehmen, dass es ihren beiden Schützlingen gelungen war, ein freundschaftliches Bündnis zu der Hikari aufzubauen. Warum haben sie den beiden Halbdämonen überhaupt aufgetragen, den Auftrag zu Ende zu bringen? Wäre es nicht von einem viel größeren Vorteil gewesen hätte die Hikari den beiden noch vertraut?“ Ri-Il wollte gerade antworten, als ihn einer seiner Mitfürsten davon abhielt:
„Das ist mal wieder typisch du, Azzazello! Immer auf der freundlichen Tour, das passt zu dir. Wir kommen schon an die Hikari ran und wenn wir den gesamten Tempel plattmachen müssen!“ Der Fürst, der Azzazello genannt wurde, antwortete gelassen:
„Und wie willst du das machen - mit einem Bannkreis im Weg? Machst du den auch erst einmal platt?“
„Scheiße…“
„Wie kommen wir denn überhaupt an die heran?“
„Wir schicken ein paar Mischlinge und dann…“
„…ich bin ja sowieso dafür, dass wir einen Krieg mit Mischlingen führen. Ich hab auf jeden Fall ziemlich viele in meiner Horde.“
„Och ne! Nicht diese beschissene Diskussion schon wieder! Sie kommt mir aus den Ohren raus!“
„Jetzt haltet mal die Klappe!“, schrie Lycram wütend zwischen die fahrigen Stimmen der verschiedenen Fürsten und richtete sich nun wieder an Ri-Il:
„Azzazello hat gar nicht mal so Unrecht. Was sagst du denn dazu, Ri-Il?“ Kurz sahen sich die beiden an, beide mit ernsten Gesichtszügen, bis der Angesprochene sein selbstsicheres Lächeln wieder fand und zu Lycrams Ärgernis eine Antwort parat hatte:
„Unser Wissen über den Bannkreis ist überaus begrenzt. Weder wissen wir, wo er sich befindet, noch wie er funktioniert und erst recht nicht, wie man ihn zerstört. Viele Theorien existieren, viele haben sich bereits als falsch erwiesen, unter anderem leider meine eigenen. Ich hatte angenommen, dass der Bannkreis aus Lichtmagie besteht und dass, da das Element vererbt wird, die momentane Hikari möglicherweise der Schlüssel zu unserer Freiheit sein würde. Meine Theorie ging darauf hinaus, dass mit dem Versiegen ihres Lichtes auch der Bannkreis brechen würde…doch leider war dies nicht der Fall.“ Skeptisch hoben sich wieder Lycrams Augenbrauen und spöttisch fragte er:
„Was? Der ach-so-schlaue Ri-Il kann auch mal Fehler begehen?“ Langsam hob Ri-Il die Schultern und antwortete, dass es wohl ganz danach aussah.
„Doch ich bleibe dabei, dass eine Heilung weitaus nützlicher für unsere Gesellschaft ist als eine Hikari, die kein Licht anwenden kann. Azzazello hat zwar Recht, dass es vor dem Ausführen des Auftrages einfacher gewesen wäre, an die Lichtprinzessin heran zu gelangen, doch unmöglich ist es nicht; besonders nicht bei dem doch ziemlich eigenwilligen Temperament des Mädchens.“ Dieses Mal gab es keine einstimmige Zustimmung, sondern Schweigen war die Antwort. Man glaubte ihm, aber man war nicht einig; jedenfalls nicht alle, das konnte Ri-Il förmlich spüren. Doch sein Ruf und das Leben seiner Schützlinge waren gerettet; erst einmal, wie Ri-Il sich schnell korrigieren musste, denn eine Sache schien Lycram noch auf dem Herzen zu haben…


Green fühlte sich gut.
Es war ein schönes Gefühl, ihren Stab in ihren Händen zu halten und deutlich konnte sie spüren, wie das Licht sich wieder in ihr verbreitete, wie es ihren Körper belebte. Von einem Moment auf den anderen fühlte sie sich weder müde noch schwach. Es fühlte sich einfach gut an, wieder mit ihrem Element eins zu sein: wie hatte sie überhaupt eine Sekunde ohne es überlebt? Wie hatte sie ohne ihr Glöckchen atmen können?
Ein jäher Schmerz unterbrach ihre Gedanken, als die spitzen Klauen des Dämons, mit dem sie sich einen Zweikampf lieferte, ihre Schulter streiften und nicht nur den Stoff ihres Kleides zerrissen, sondern auch ihr Fleisch. Hinter sich hörte sie, wie ihr Name gerufen wurde, weil ihr wahrscheinlich jemand zu Hilfe eilen wollte, doch diese brauchte sie nicht: anstatt etwas gegen den Schmerz zu tun oder zurückzuweichen, schnellte Greens Hand hervor und mit klarer Stimme rief sie:
„HOTARU ATARASHII!“ Das Licht, welches sich in Sekundenschnelle in ihrer Hand gesammelt hatte, presste sie gegen die Brust des Dämons, wo es sich entlud und diesen mehrere Meter in die Luft warf – und bevor er auf dem Boden aufschlagen konnte, hatte er sich bereits in Fünkchen verwandelt. Allerdings war der Radius der Attacke nicht sonderlich groß, so dass ein Dämon, der nur mehrere Meter von ihr entfernt stand, nicht davon beeinflusst war und Green keine Verschnaufpause gönnte. Er griff nach ihr, doch die Hikari wich flink aus, indem sie sich auf den Boden fallen ließ. Gerade als sie sich wieder aufrichten wollte, um den Dämon zu Strecke zu bringen, wurden ihre Haare vom Wind aufgewirbelt und ihr Widersacher von einer hohen Windsäule entzwei gerissen.
Im ersten Moment dachte Green, dass es sich um Saiyons Magie handelte, der sich irgendwo in ihrer Nähe aufhalten müsste, doch als sie über ihre Schulter sah, entdeckte sie ihren Bruder, mit einem ausgestreckten Arm, noch in Angriffsposition.
„Onii-chan!“ Anstatt diesen Gruß zu erwidern, lenkte Grey die Windsäule mit einer eleganten Handbewegung gegen einen zweiten Dämon, der in Windeseile gegen einen Felsen geschleudert wurde, wo nichts außer Funken von ihm übrig blieben.
Green wollte gerade grinsend auf die Füße springen und ihrem Bruder dabei helfen, die restlichen Dämonen auszulöschen, als ihr auffiel, dass dies unnötig war: es waren bereits keine Dämonen mehr übrig, der Kampf war beendet. Um sie herum waren nur die Wächter, die beim Kampf mitgeholfen hatten, die sich nun gegenseitig auf die Beine halfen, dabei jedoch immer wieder einen verstohlenen Blick zu Green herüber warfen, nach wie vor von ihrem Auftreten verblüfft. Saiyon konnte sie nicht unter den Wächtern finden, genauso wenig wie Shitaya.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sie eine ausgestreckte Hand vor ihrem Gesicht sah und in diesem Moment fiel ihr wieder ein, dass sie ja nach wie vor auf dem Boden hockte. Die Hand gehörte ihrem Bruder, der ihr aufhelfen wollte.
„Danke, Grey.“ Sie nahm seine Hand; ein warmer, freundlicher Händedruck, der sie einen kurzen Moment an etwas erinnerte…eine Erinnerung, die lange zurück lag, nur, dass sie damals die helfende Hand abgelehnt hatte, obwohl es sie gefreut hatte, dass sie da gewesen war. Ein kurzes, trauriges Lächeln zuckte über ihre Lippen, welches sich jedoch in ein erfreutes verwandelte, als sie wieder auf beiden Beinen stand und zu ihrem Bruder hochsah, der sie allerdings weniger erfreut ansah; eher das Gegenteil. Ja, sogar vielmehr verärgert wie es aussah, als er die Hände in seine Hüfte stemmte.
„Ich hoffe du erwartest nicht, dass ich stolz auf dich bin, Green. Aber darüber reden wir später…“ Nun musterte er sie von oben bis unten und Greens Lächeln wurde ein wenig steif.
„Sag mal, Green… ist dies das neue Kleid, welches ich dir erst gestern geschenkt habe?“ Es sagte bereits einiges über den Zustand des Kleides aus, wenn er es nicht auf den ersten Blick erkannte, doch zum Glück kam Firey in diesem Moment hinzu und sorgte dafür, dass Green von einer Standpauke verschont blieb.
„Green! Dein Stab! Er ist wieder da! Du hast es geschafft!“ Obwohl Firey dies auf Japanisch sagte, raunte Grey ihr zu, dass sie nicht „darüber“ reden sollte, während andere Wächter in der Nähe waren – man wusste ja nie, vielleicht beherrschte einer von ihnen die japanische Sprache und konnte sich obendrein noch einen Reim daraus machen, was Firey gesagt hatte. Doch die Feuerwächterin war genau wie Green zu euphorisch, um darüber nachzudenken.
Der Schmerz in ihrer Schulter konnte die neugeborene Hikari nicht daran hindern erfreut zu grinsen, als Firey sie überstürzt umarmte. Grey wollte eigentlich mit dem Kopf schütteln, aber ein kleines Lächeln konnte er nicht verbergen, obwohl er eigentlich verärgert sein sollte und obwohl die anderen Wächter keine Ahnung hatten, warum die drei sich so sehr über einen Sieg über C-Dämonen freuten, war die Freude doch beinahe ansteckend.

Green hatte ihren Stab und ihr Licht wieder, doch noch etwas viel wichtigeres hatte sie gefunden:
das Wissen, dass sie nicht alleine war.

Geboren wurde ein neuer Weg auf der steinigen Karte Kurai Yogosu Hikari Greens. Ein Weg, dessen Ende ungewiss war.
Würde er ins Licht führen?
Oder hinab in die blutroten Fluten?



„Seid Ihr wach, Inceres-sama?“ Die Augen des kleinen Hikaris waren eben noch von einem leicht grauen Schleier verhüllt gewesen und erst langsam nahmen sie wieder das gewohnte Königsblau an. Er blinzelte, rieb sich die Augen wie ein kleines Kind es getan hätte und richtete sich mithilfe von Acui auf. Einen Moment lang schwieg Inceres und es schien nicht so, als hätte er deren Frage gehört.
„Green… sie hat sich entschieden. Die Wege, die ich schon gesehen habe, seitdem ich sie wiederbelebt habe; sie hat gewählt.“ Er schüttelte plötzlich ratlos den Kopf.
„Dieses Mädchen! Es bringt mich noch um den Verstand, wählt einfach eine Zwischenlösung. Den einen hassen, den anderen lieben. Das ist mein Schmetterling!“ Erst als er dies gesagt hatte, schien er Ecui und Acui zu bemerken, denn er verstummte abrupt, als er den Kopf zu ihnen wandte. Beide sahen ihn erst mit großen Augen an, ehe sie anfingen zu strahlen.
„Ihr seid nun auch in der Lage, die Entscheidungen zu sehen?“, fragte Acui und Ecui ergänzte:
„Mit anderen Worten, eure Fähigkeiten haben sich verbessert!?“ Inceres schwieg kurz, denn ihm war bewusst, dass er eindeutig zu viel preisgegeben hatte und es tat ihm fast schon weh, als er deren enttäuschten Blick bemerkte, während er ihnen erklärte, dass seine Fähigkeiten sich nicht verändert hatten, dass er nach wie vor nur die Wege sehen konnte und dass er es bei Green einfach gefühlt, bezüglich interpretiert hatte.
Sie glaubten ihm natürlich.
Daher hielt Inceres es für angebracht, das Thema zu wechseln:
„Habe ich… geschlafen?“, fragte er verwundert und blickte beide abwechselnd an, die ihm zunickten.
„Das habt ihr in der Tat, Meister.“
„Wie lange?“ Die beiden Tempelwächter blickten sich kurz an; scheinbar waren sie sich nicht sicher, ob sie es sagen sollten oder nicht:
„Ihr seid gleich nach der Ratsversammlung plötzlich eingeschlafen und dies ist mehr als zwei Wochen her.“ Inceres Augen weiteten sich überrascht, ja fast geschockt starrte er die beiden an und fragte, ob das wirklich seine Richtigkeit hatte. Als sie es noch einmal wiederholten, wandte er sich von ihnen ab, scheinbar darüber nachdenkend, wie das passieren konnte, denn er hatte nicht mehr geschlafen, seitdem er gestorben war: er war nicht auf Schlaf angewiesen.
„Hattet Ihr eine Vision, Inceres-sama?“, fragte Ecui und Acui ergänzte:
„Habt Ihr die Wege gesehen? Eure Augen waren grau…“ Wieder sah Inceres zurück auf sie und antwortete, nach kurzem Zögern:
„Ja… wieder von demjenigen, dessen Wege ich nicht sehen will. Er muss eine folgenschwere Entscheidung getroffen haben… ansonsten würde ich seine nächsten Wege nicht sehen können.“ Er massierte sich die Schläfen, während er darüber nachdachte, ob er deswegen solange geschlafen hatte. Doch nein, das konnte nicht möglich sein. Die Visionen tauchten vor seinem inneren Auge auf, ohne, dass er dazu beitragen musste. Nur, weil er die Wege jener Person nicht sehen wollte, hieß das nicht, dass sie ihn so sehr beeinflussten.
Ein plötzliche Gedanke streifte ihn: war es etwa bereits so weit?
Ecui und Acui fragten nicht: es war ihnen nicht erlaubt, näheres über die Wege zu wissen; weder deren Inhalt, noch wen sie betrafen und sie hielten sich sehr strikt daran.
„Ich habe… geträumt“, sagte Inceres plötzlich und richtete sich nun auf. Die Tempelwächter blieben in der Hocke und sahen ihn von unten herauf fragend an.
„Was habt Ihr geträumt?“
„Das kann ich nicht sagen, denn ich weiß es nicht mehr. Aber, wenn ich von Green rede, sobald ich aufwache, wird es wohl mit ihr zu tun gehabt haben.“ Beinahe schon desinteressiert untersuchte er den Bücherstapel, der ihm am nächsten war, um ein Buch zu finden, welches er noch nicht gelesen hatte, beziehungsweise eines, bei dem es sich lohnte, es ein zweites Mal zu lesen. Die beiden Tempelwächter schwiegen während er dies tat, doch als er folgendes sagte, sprangen sie vor Freude auf:
„Green hat ihr Licht wieder gefunden.“
„Welch großartige Neuigkeiten! Wünscht Ihr, dass wir Eure Haare machen, damit Ihr es den Hikaris mitteilen könnt?“ Der Angesprochene sah nicht über den Rücken des Buches hinweg, als er antwortete:
„Ihr könnt meine Haare ruhig machen, doch ich habe nicht vor, es ihnen mitzuteilen; sie haben es bereits selbst herausgefunden.“ Er sah die beiden entschuldigend an, denn er wusste, dass sie es gerne mochten, wenn Inceres sich unter die anderen Hikaris mischte, doch natürlich fragten sie nicht nach. Stattdessen fügte Inceres mit einem Lächeln hinzu:
„Ein anderes Mal.“


Irgendwo in einer tiefen, verborgenen Dunkelheit begann es langsam zu schneien. Die Flocken lösten sich leise aus dem Dunklen, fielen herab und berührten die Haare des Mädchens, welches auf einem kleinen Baumstumpf saß. Es rührte sich nicht.
Es war alleine in dieser Dunkelheit.
Nur, wenn man näher hinsah, bemerkte man, dass es etwas in seinen Händen hielt.

Verzweifelt, als würde es sonst untergehen, presste es die Hände zweier Personen an sich, obwohl doch niemand sonst da war.

„Nicht loslassen… nicht loslassen…“