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Episode 30
  Episode 30: Engel und Dämon II: Unser Bündnis
Es hatte Blue überaus beunruhigt, als Ri-Il plötzlich zwischen ihm und Silver im Pub aufgetaucht war, um seinen Bruder wegzuschicken, damit er ein Gespräch unter vier Augen mit Blue führen konnte. Ein Gespräch, dessen Inhalt Blue nur hatte erahnen können, der ihm jedoch nicht ganz klar war und es behagte ihm auch nicht gerade, dass Silver ganz offensichtlich nichts von Ri-Ils Vorhaben wissen durfte.
Anscheinend hatte seine Skepsis ihm ins Gesicht gestanden, denn kaum, dass der Rotschopf kommentarlos das Lokal verlassen hatte, lachte Ri-Il und sagte, dass es keinen Grund gäbe, ihn so argwöhnisch anzusehen.
„Keine Sorge, Blue, es ist wirklich ein ganz einfacher Auftrag. Für dich überhaupt kein Problem und es muss auch nicht unter uns bleiben: wenn du mit Silver darüber reden willst, steht es dir offen.“ Diese Worte beruhigten Blue ganz und gar nicht, doch er sagte nichts, als Ri-Il den Platz von Silver einnahm und sich damit vor ihn setzte.
„Ich nehme an, dass es etwas mit Lycram-samas Worten zu tun hat“, sagte Blue, nachdem sich sein Lehrmeister gesetzt hatte.
„Ja, das hat es, allerdings ist dieser Auftrag in Übereinstimmung mit den anderen Fürsten entstanden. Ich bin damit eher ein Überbringer des Auftrags als der eigentliche Auftraggeber.“ Blue spürte bereits deutlich, dass ihm dieser Auftrag nicht gefallen würde; der letzte Auftrag, den er von den Hohen direkt erhalten hatte, hatte Greens Glöckchen zum Ziel gehabt…und dieser Vergleich behagte ihm absolut nicht.
„Das erfolgreiche Ausführen des Auftrags soll beweisen, dass Lycileins wahnwitzige These nichts weiter als seine eigenen paranoiden Hirngespinste sind, und dass es kein Grund gibt, an sie zu glauben.“
„Seine These?“, wiederholte Blue und versuchte dabei seine Nervosität zu verbergen, die er nicht nur angesichts des Themas verspürte, sondern auch, weil Ri-Il außergewöhnlich ernst klang.
„... die, dass wir die Hikari angeblich mögen und sie deshalb nicht umgebracht haben?“ Ri-Il deutete ein Nicken an.
„Genau die.“ Das war es also, was die Fürsten besprochen hatten, nachdem Silver und Blue von Ri-Il hinausgeworfen worden waren. Lycram hatte das Thema zwar bereits vorher kurz angeschnitten, aber Blue hätte nicht gedacht, dass es überhaupt von Belang war, nachdem die Sache mit Greens Heilungsfähigkeit auf den Tisch gekommen war – er hatte es jedenfalls gehofft. Von Anfang an hatte er es gehofft, dass die Fürsten nicht weiter in diese Richtung denken würden, sobald er Greens Fähigkeiten erwähnen würde. Doch Lycram hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht; ausgerechnet er, der alles daran setzte, Ri-Ils Ruf und Position irgendeinen Schaden zuzufügen. Ob deren Lehrmeister selbst an die These glaubte, war dabei völlig irrelevant. Wichtig war, dass es nicht gut auf ihn zurückfallen würde, wenn das Gerücht herumging, dass seine zwei Musterschüler Sympathie für eine Hikari hegten und diese Gefühle sie obendrein davon abgehalten hatten, sie umzubringen. Wenn Ri-Il für sich selbst wählte, den Gerüchten keinen Glauben zu schenken und sie am Leben zu lassen, würde dies seinem Ruf schaden, denn dann würden sich zu viele Dämonen die Frage stellen, warum er Blue und Silver am Leben ließ, was man wiederum als Zeichen von Schwäche auffassen würde - und in einer Welt, die auf dem Prinzip des Stärkeren beruhte, war dies Selbstmord. Daher überraschten Ri-Ils Worte Blue kaum:
„Ich entschuldige mich dafür, dass ich dir solche Umstände mache, Blue, aber dieser Auftrag ist leider sehr wichtig…nicht nur für mich, sondern auch für euch.“ Eigentlich wollte der Halbdämon nicht wissen, was genau dies für ein Auftrag war, denn er spürte bereits wie sich alles in ihm dagegen sträubte, ihn anzunehmen; doch das Schlimmste war, dass er wusste, dass ihm gar keine andere Wahl blieb. Wenn er die Gerüchte nicht auslöschte, würde Ri-Il sie auslöschen.
Obwohl sich alles in ihm dagegen wehrte, hörte er sich selbst fragen, worauf der Auftrag hinauslief, mit einer trockenen Stimme und es wunderte ihn, dass er die Frage überhaupt über die Lippen brachte.
Einen Augenblick lang schwieg Ri-Il, bis er langsam seine Augen öffnete, im Takt damit, dass er sich zu Blue vorbeugte und ihm somit direkt in dessen Augen starrte.
„Folter sie. Folter sie, wie ein Dämon eine Hikari foltert.“


Blue wusste es.
Blue wusste, wie Dämonen Hikari folterten, wie man es nach dem Lehrbuch tat. Viele hatten es vor ihm bereits getan, viele hatten diesen Schrei bereits gehört; diesen markerschütternden Schrei, diese Qual, diesen schieren Schmerz. Bloßgelegt, ausgelöst auf Knopfdruck.
Im Prinzip trug Blue nicht viel dazu bei. Seine linke Hand, eingehüllt von den Handschuhen, die Ri-Il ihm gegeben hatte und welche ihn davor schützten, Schaden von der Waffe zu nehmen und ebenfalls dafür sorgten, dass er die Waffe überhaupt berühren konnte, hatte er um den Stab gelegt und drückte nun so hart auf das blanke Material der Waffe, dass sich Risse darin auftaten. Nur langsam drückte er fester zu, zu sehr war er von Green abgelenkt und von dem, was diese kleinen Risse auf ihren Körper ausübten. Bereits einmal hatte Blue mit eigenen Augen gesehen, wie stark das Band zwischen den Hikari und deren Glöckchen war, aber dies übertraf seine Vorstellungen:
Unheilbar schreiend war sie zu Boden gestürzt, ihre Finger krallten sich in den Marmor des Bodens, nachdem ihre Finger blutig geworden waren vom Aufkratzen ihrer Kopfhaut. Ein regelrechter Fluss aus Tränen rann aus ihren stecknadelgroßen Augen. Immer wieder versuchte sie sich aufzutürmen, streckte unter Krämpfen die Hand nach ihm aus, nur damit sie wieder zu Boden stürzte und sie sich genau wie Green vor Qual zusammenkrampfte.
Es war nicht sein Auftrag sie umzubringen und der Tod würde sie auch nicht von den Schmerzen befreien, denn diese Folter trieb den Hikari an das Äußerste der auszuhaltenden Schmerzen – und es erlöste ihn erst, wenn man den Kern der Waffe, das Glöckchen, zerstörte.
Blue fiel plötzlich etwas auf, was seine Hand kurz dazu brachte, sich zu lockern: unter Green tat sich Blut auf. Eine Menge Blut.
Aber woher kam es? Es drang jedenfalls nicht aus ihrem offenen Mund, welcher nach Atem rang und aus dem weiterhin erstickte Schreie drangen.
Obwohl er selbst nie Zeuge dieser Folter gewesen war und es auch kein Bildmaterial gab, was ihn hätte belehren können, hatte er einen leisen Verdacht, woher das Blut stammen könnte.
Er war sich der Gefahr bewusst, als er sich der zuckenden Green näherte, auch wenn er nicht annahm, dass sie es überhaupt bemerkte, dass er näher heran kam – genauso wenig, dass er sie seitwärts legte, um zu überprüfen, ob sein Verdacht der Richtigkeit entsprach, als er sich über sie beugte.
Selbst hatte er es noch nie gesehen – und doch wusste er, was es war und damit auch, dass sein Auftrag abgeschlossen war:
Das Blut strömte in Bächen von Greens Oberkörper herab, welcher komplett blutverschmiert war. Doch das Blut strömte nicht aus einer offenen Wunde und obwohl das Blut ihren Oberkörper zur Unkenntlichkeit verzerrte und entstellte, wusste er, was sich unter dem Rot befand.
Das Zeugnis der Folter. Das Zeugnis seiner abscheulichen Tat.
Der Beweis, dass er nichts…nichts für eine Hikari empfand…dass er dieses Mädchen nicht liebte…

Oh Gott! Was hatte er getan! Wie konnte er nur, wie war es möglich, dass er es gekonnt hatte…warum hielt seine Hand den Stab nach wie vor fest, obwohl sein gesamtes Sichtfeld in Rot getaucht war, in das Blut, das aus ihrem Oberkörper strömte, was er ihr angetan hatte… Er hatte ihr das angetan…hatte sie verletzt, nein, viel schlimmer, viel unverzeihlicher - hatte sie gefoltert! Nicht nur mit ihrem Glöckchen, ihrem Herz…mit ihren Ängsten und Gefühlen gespielt…

Sein Sichtfeld wurde unscharf; das Rot wurde stellenweise mit schwarzen Punkten übersät und eine ungeheure Übelkeit kam in ihm hoch, bahnte sich ihren Weg…

„…Gib…Es… mir… zu…rück!“
Schreckerstarrt wandte Blue seinen Kopf nach links und sah unter seiner Hand, die den Stab festhielt, eine weitere, blutverschmierte, zierliche Hand und als sein Blick dessen Ursprung folgte, wurde sein Blick von zwei stechenden Augen begrüßt.
Blue musste zugeben, dass er in diesem Moment Angst vor ihr hatte. Es war nicht alleine ihr stechender Blick der dafür sorgte, dass ihm ein Schauer dem Rücken hinab lief, es war auch die Tatsache, dass sie immer noch Kraft in ihren Händen hatte; dass ihr Körper noch in der Lage war, sich zu wehren.
Zu was waren die Hikaris nur fähig, um ihr Glöckchen zurückzubekommen?!
Doch obwohl Green all ihre Kraft in diesen Verzweiflungsakt hineinlegte, gelang es ihr nicht. Blue riss ihr den Stab aus der Hand und…
„CIRCUMFLUE AER!“
Der Stab wurde Blue aus der Hand gerissen und er drehte sich nicht herum, um zu sehen, wo er gelandet war; zu sehr war er mit dem beschäftigt, was vor ihm geschah. Denn für den tosenden Wind, der plötzlich aufgekommen war, gab es zwei Gründe: Saiyon und Grey standen vor ihm, beide in Angriffsstellung und bereit für den nächsten Angriff.
Saiyon funkelte Blue mit so abgrundtiefem Hass an, dass nur ein Idiot daran gezweifelt hätte, dass dieser Windwächter keine andere Absicht verfolgte, als ihn umzubringen.
Grey hingegen achtete weniger auf Blue, sondern eher auf Green. In seinem Blick war zu erkennen, dass er sofort verstand was passiert war, doch anstatt sofort zu ihr zu gelangen, wandte er seine Augen wieder zu Blue, mit einem Blick, der ihm sagte, dass er genauso schockiert darüber war, dass Blue zu solch einer Tat fähig war, wie es Blue selbst entsetzte.
„Du verfluchtes Monster!“
Blues Kopf wirbelte herum, als er diese drei Worte hörte: drei Worte, die er bereits einmal gehört hatte und wie er bereits vermutet hatte, war es Saiyon, zu dem diese Stimme gehörte: die fünfte Stimme in seinem Traum, der solange zurück lag und an welchen er sich dennoch deutlich erinnern konnte…ein Traum, der zu einem Alptraum geworden war; wahrer, wirklicher denn je.
Und er selbst war es, der diesem Alptraum Leben einhauchte, er selbst war der Alptraum…
Saiyon wollte ihm umbringen, wollte das Böse bekämpfen, das Böse, das er war, das Böse, das Green bedrohte und vor dem sie beschützt werden musste.
Blue hatte sie gepeinigt, hatte den Alptraum zur Wirklichkeit gemacht…
Genau das war es aber doch, was er verhindern wollte!
Genau das war es doch…
Er war doch jetzt so weit von ihr entfernt; sie hatten einen abgrundtiefen schwarzen Abgrund zwischen sich…war das Schicksal etwa wirklich nicht aufzuhalten? War all das Bemühen umsonst?

Würde diese erbarmungslose Teufelsspirale denn erst zum Stillstand kommen, wenn…

Grey, Saiyon und Blue sahen es gleichzeitig und niemand dachte mehr daran, anzugreifen: Green war nicht so bewegungsunfähig wie sie zu glauben vermocht hatten, denn sie hatte sich an der Brüstung des Balkons hinauf gehievt und schien herunterspringen zu wollen – das Problem dabei war: sie waren auf dem Nordbalkon und von dort aus ging es meilenweit in die Tiefe, denn erst die Menschenwelt war die Endstation!
Bevor einer von ihnen handeln konnte, sahen sie geschockt, wie Green sich tatsächlich hinunter warf und alle drei setzten gleichzeitig zum Lauf an, da sie alle das Fliegen beherrschten und sie somit retten konnten.
Blue war zwar der Langsamste von den Dreien, doch er war Green am nahesten gewesen und erreichte somit als Erster die Brüstung, wo er ihr sofort hinterher sprang. Saiyon wollte ebenfalls sofort hinterher hechten, doch er wurde aufgehalten, denn er war gezwungen auszuweichen: auszuweichen vor Grey.
Das Unfassbare war geschehen: Grey hatte versucht, Saiyon bewusstlos zu schlagen.
„Kaze-dono, ich verstehe nicht…“ Grey sah ihn relativ desinteressiert an und sein Gesicht regte sich kaum, als er den Namen seines Tempelwächters aussprach. Diesmal war Saiyon zu überrascht, um auch noch Ryôs Attacke auszuweichen und bewusstlos fiel der Offizier zu Boden.
Ein wenig fragend wurde Grey von seinem besten Freund angeschaut.
„Grey-sama, dürfte ich erfahren, warum ich den Befehl erhalten habe, einen Offizier niederzuschlagen?“
„Keine Sorge, Ryô. Du wirst keine Probleme bekommen. Ich werde aussagen, dass es sich um einen Unfall handelte. Saiyon-san ist unglücklich gestürzt“, antwortete Grey, während er auf die Brüstung zusteuerte, von welcher seine Schwester sich gerade in die Tiefe gestürzt hatte, und hinabsah.
„Ich will nicht unhöflich sein, aber…eine Antwort auf meine Frage war dies eigentlich nicht.“ Grey hob den Kopf und sah in die Richtung des Horizontes, wo langsam die ersten Sonnenstrahlen hervorbrachen.
„Ich werde dir eine Antwort geben, wenn ich mir dieser sicher bin. Aber eins weiß ich bereits mit Sicherheit: dies waren nicht die Augen eines Dämons, der eine Hikari umbringen will.“


Egal wie sehr sich Blue nach Green ausstreckte, er kam nicht an sie heran: sie fielen und fielen und es schien aussichtslos. Sie hatten bereits die Barriere, welche den Tempel vor äußeren Gefahren schütze, durchbrochen und mehrere Wolkendecken hinter sich gelassen, während das Blut von Greens Oberkörper immer wieder auf Blues Gesicht spritzte, da er über ihr flog, verzweifelt die Arme nach ihr ausstreckend, doch sie nicht erreichend. Er würde sie retten können, wenn sie sich nach ihm umdrehen und ihre Hand nach ihm ausstrecken würde… immer wieder versuchte Blue, nach ihr zu rufen, doch sie hörte ihn nicht; sei es, weil der Wind seine Worte verschluckte, oder weil sie ihn nicht hören wollte. Denn auch sie hatte ihre Arme ausgestreckt, reckte sich genauso verzweifelt wie Blue es tat. Sie streckte sich nach dem Grund aus, weshalb sie gesprungen war: Green war nicht aus irgendwelchen selbstmörderischen Gründen vom Balkon gesprungen, sondern ihrem Stab hinterher, welcher durch Saiyons Attacke über die Brüstung geschleudert worden war. Da Blue mittlerweile Bekanntschaft mit dem Band zwischen Hikari und deren Glöckchen gemacht hatte, überraschte es ihn nicht sonderlich, dass eine Hikari für ihr Glöckchen selbst in den Abgrund und damit dem sicheren Tod springen würde. Doch Greens Unterfangen schien hoffnungslos zu sein; zu weit weg war ihre Waffe.
Doch dann schien Green ihre „Taktik“ zu verändern. Zuerst war Blue sich nicht sicher, ob seine Ohren ihn nicht täuschten, doch dann war es ihm klar: Green versuchte, ihren Stab zu sich zu beschwören, genau wie andere Hikaris es konnten. Der Halbdämon konnte nicht verstehen, was sie sagte, denn ihre Worte waren in der Sprache der Wächter gesprochen. Dennoch unterbrach er seinen Versuch, Green mit seiner Stimme zu erreichen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn hörte, war um einiges höher, wenn sie ihr Glöckchen zurück hatte…und Blue wusste, dass sie es schaffen würde.
Und tatsächlich, der Stab leuchtete auf. Zuerst war es ein eher schwaches Leuchten, welches auch sofort wieder erlosch, doch umso mehr Green darum flehte, um so verzweifelter ihre Stimme wurde, umso mehr gewann das Licht an Kraft und wenn Blue sich nicht irrte, verlangsamte der Stab seinen Fall, bis er zuletzt in der Luft hängen blieb, von einem sanften Leuchten umgeben. Dieser Anblick währte jedoch nur wenige Sekunden, ehe er wie ein Pfeil auf Green zuschoss und einen kurzen Moment lang befürchtete Blue, dass er seine Besitzerin aufspießen würde.
Doch dem war nicht so, denn Green hatte ihre Waffe mit offenen Armen aufgenommen und es sah so aus, als würde sie sie umarmend an sich drücken, als wäre sie endlich mit ihrem besten Freund wieder vereint.

„Green!“, versuchte Blue es nun noch einmal.
„Dreh dich zu mir um! Nimm meine Hand!“ Einen Moment lang glaubte Blue, dass sein verzweifelter Schrei Green erreicht hatte, da sie sich tatsächlich umdrehte, doch er täuschte sich. Seine Stimme hatte Green nicht erreicht, denn er sah deutlich in ihren Augen, dass sie mehr in Trance war als bei Bewusstsein. Der Stab hatte sich zurück verwandelt und das Glöckchen hing wieder an seinem Platz, dennoch hatte dies Green nicht zur Besinnung gebracht.
Ein weiteres Mal versuchte Blue sie zu erreichen, doch gab auf halbem Weg auf, da sich überhaupt nichts in ihren leeren Augen regte. Regungslos schwamm das dunkle Blau in ihren Augenhöhlen, ohne einen Hauch von Leben zu zeigen.

Was sollte er nur tun?
Wenn er nichts tat, würde sie sterben!

Er würde ein zweites Mal tatenlos sein im Angesicht ihres Todes…ein weiteres Mal würde ihr Leben vor seinen Augen erlöschen…
Vielleicht war es nur gerecht, dass er dies noch einmal durchstehen musste.
Aber warum tötete man nicht ihn!?
Zu viel hatte er ihr angetan, zu viel Unverzeihliches…warum tötete sie ihn nicht? Er hatte ihren Hass verdient, hatte verdient, durch ihre Hand zu sterben!

Nein, er durfte sein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Er musste so lange überleben, bis Green stark genug war, um auf eigenen Beinen zu stehen. Er musste ihr helfen stark zu werden, so wie er es immer getan hatte, wenn auch als ihr Feind…wenn auch als die Person, die sie am meisten hasste…er musste diesen Hass überleben, musste es durchstehen...bis zu dem Tag…bis zu dem Tag…an dem kein Dämon mehr eine Gefahr darstellte; bis zu dem Tag, an dem Green als Hikari das Licht über die Welt bringen würde…bis zu dem Tag, an dem sie ihn nicht mehr brauchte. Bis zu dem Tag, wo sie ihr Lächeln wiederfinden würde… und über allen leuchten würde.

„GREEN!“, schrie er diesmal mit all der Kraft, die seine Stimme zustande brachte und er gab nicht auf, nachdem sich nichts in ihren Augen regte:
„Weißt du noch damals, als wir auch gegeneinander gekämpft haben?! Es war auf Espiritou del Aire und damals warst du ebenfalls zu stur, um meine Hand zu nehmen! Du bist immer zu stur! Willst du, dass deine Sturheit dich irgendwann noch umbringt?! Du bist noch nicht weit genug gekommen, um jetzt zu sterben! Dein Leben als Hikari liegt doch noch vor dir! Das Leben mit deiner Familie! Hast du mir nicht immer gesagt, dass du so gerne ein festes Bündnis zu deiner Familie haben würdest?! Zu deiner Mutter, deinem großen Bruder?! Und was ist mit deinen Wächtern, deinen Freunden?! Willst du sterben, ohne stark geworden zu sein?! Du bist doch auf dem besten Weg…bald wirst du stark sein…du wirst deine Freunde beschützen können, du wirst deine Feinde auslöschen können! Bald wirst du niemanden mehr brauchen, bald wirst du auf eigenen Füßen stehen! Aber wenn du jetzt stirbst, bist du nichts anderes als schwach!“
Diese, mit schmerzendem Herzen ausgesprochenen Worte, bewegten nichts in Greens Augen. Das Blau ihrer Augen blieb undurchdringlich.
Erschöpft schloss Blue die Augen, spürte wie sie brannten, wie Verzweiflung sie nässten, doch die Feuchtigkeit, die er plötzlich auf seinem Gesicht spürte, waren nicht seine Tränen. Er öffnete die Augen, im gleichen Moment wo ihre Stimme seine Ohren erreichte:

„…Gary?“

Dies ließ sein Herz beinahe zerspringen. Die Sehnsucht in Greens Stimme, die Trauer und die Verzweiflung und der kleine Hoffnungsschimmer, den er nicht zu ersticken vermochte. Blue wollte es nicht sagen, denn er wusste, dass es falsch war, dass er es nicht durfte und dennoch tat er es:
„Ja…ich bin‘s.“
Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und das Blau ihrer Augen löste sich in Tränen auf.
„…ich hab dich so vermisst.“ Blue wusste, dass die Tränen, welche auf sein Gesicht tropften, nicht nur Greens waren, als er antwortete:
„Ja, Green…ich dich auch…und jetzt nimm bitte meine Hand.“


Es war eine Erlösung, als Blue ihren zerbrechlichen Körper in seinen Armen hielt und obwohl sie blutbesudelt war, wirkte sie selig, als sie in seinen Armen Schlaf gefunden hatte. Das sanfte Lächeln auf ihrem Gesicht zeugte von Geborgenheit, die Tränen waren getrocknet und Blue fragte sich, ob sie wusste, dass dies nichts anderes als ein Traum sein durfte, dass dies nicht lange währen würde…
Doch auch er genoss den Augenblick des Friedens…und ja, der Liebe zwischen ihnen. Auch wenn er wusste, dass er diesen kurzen zerbrechlichen Moment nicht verdient hatte. Er hatte nichts außer ihren Hass verdient und die einzige Geste, die er von ihr erwarten konnte und wünschte, war ihre erhobene Waffe.
Es war egoistisch von ihm, dass er es genoss, dass sie sich sanft an ihn schmiegte und die Hand auf ihrem Kopf, die sie zärtlich streichelte, gehörte verflucht und abgehackt, denn es war die gleiche, die vor wenigen Minuten Green gefoltert hatte.
So vieles wollte er ihr sagen: auf der einen Seite wünschte er sich, dass er um Vergebung flehen könnte, doch auf der anderen Seite wollte er ihr genau das Gegenteil einbläuen; wollte ihr helfen, stark zu werden, wollte ihr dabei helfen, ihre Liebe zu vergessen.
Denn eins war ihm nun klar:
Green liebte „Gary“ immer noch…sie hatte nicht erkannt, dass „Blue“ und „Gary“ zwei Namen für ein und dieselbe Person waren. Vielleicht war es auch besser so, das machte es leichter. Nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihn. Es war so leicht, sie dazu zu bringen, „Blue“ zu hassen…ein ironisches Lächeln huschte über sein Gesicht.
Er hasste sich ja selbst.
Doch in diesem Moment wusste er nicht, was und ob er etwas dagegen tun konnte, dass sie „Gary“ noch liebte. Er wusste, dass es ihr nicht gut tat, dass sie litt…
Tief seufzte Blue, denn er fand auf seine Frage keine Antwort, obwohl ihm bewusst war, dass er eine finden musste. Das wusste er, wurde ihm schrecklich bewusst, als er auf sie hinab sah und ein stechender Schmerz in seinem Herzen zu spüren war.
„Green…mach es uns beiden doch nicht so schwer…es reicht doch, wenn die Sehnsucht mich zerreißt…“


Blue brachte Green an einen Ort, den sie ihm seinerzeit einmal gezeigt hatte. Eine kleine Nische nahe des Fundaments des Tempels. Dort legte er sie auf den gefliesten Boden und wischte ihr mit seiner Jacke das Blut von ihrem Gesicht, darauf bedacht, sie nicht zu wecken. Erleichterung schlich sich in ihm ein, als er bemerkte, dass die Wunde auf ihrem Oberkörper aufgehört hatte zu bluten. Doch die Erleichterung verschwand schnell wieder, als er sich selbst dazu zwang, sich anderen Dingen zuzuwenden: Dingen, die er nicht tun wollte, aber die getan werden mussten und so holte er ein kleines, handliches Kommunikationsgerät aus seiner Jackentasche.
Als er das Gespräch geführt hatte, zog er sich seinen schwarzen Pullover aus und wollte ihn ihr gerade anziehen, als das fehlende Mitglied des ehemaligen Trios hinzustieß; sofort zur Stelle, nachdem sein Bruder ihn gerufen hatte.
„Wird das hier unser neuer Stammplatz oder wie, Ani… Aniki!?“ Scheinbar hatte Silver in diesem Moment Green entdeckt und man musste keinen Blick in die Gedankenwelt des Rotschopfes werfen, um erahnen zu können, was dort vor sich ging: Greens Kleid war durch den Sturz in einem überaus schlechten Zustand, sie war nicht bei Bewusstsein und sein Bruder saß neben ihr, mit nichts anderem als seiner schwarze Hose.
Doch sein erster Gedanke drängte sich schnell beiseite, als er das Blut auf Greens Oberkörper entdeckte und es stand ihm ins Gesicht geschrieben, dass er nach kurzem Überlegen verstand, was vorgefallen war. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, unterbrach ihn Blue:
„Wir haben keine Zeit. Ich erklär es dir, sobald wir zurück sind und dann kannst du auf mich einschl-“ Offensichtlich hatte Silver keine Lust zu warten und ohne Vorwarnung traf Silvers zusammengeballte Faust die ohnehin schon blutige Wange Blues.
„Ich habe keine Ahnung, was du mit ihr gemacht hast, aber das hier sieht verdammt schmerzlich aus – und das nur wegen einem Auftrag?! Ich dachte, du wolltest Green-chan beschützen!? Ist das deine Definition von „beschützen“?!“ Er sah Blue zornfunkelnd an, doch dieser erwiderte seinen Blick nicht, noch wirkte er besonders wütend darüber, dass Silver ihn geschlagen hatte – als hätte er nur auf diesen Schlag gewartet. Dieser Anblick ließ Silver verstummen und auch die Wut verblasste, als ihm klar wurde, dass nicht nur Green litt.
Erschöpft ließ er sich an der Wand auf den Boden rutschen, während Blue seine Augen niederschlug. Als er sie öffnete, hatte das Rot seiner Augen sich zurückgezogen, um dem Grün Platz zu machen. Er bekam sofort zu spüren, dass er zu lange im Dämonenmodus gewesen war; die Sicht war unklar und sein Kopf schmerzte. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, Green nun endlich seinen schwarzen Pullover anzuziehen.
„Aber was ist denn nun genau passiert? Und warum hast du mich hergerufen?“ Blue antwortete nicht. Er sah Greens schlafendes Gesicht an.
„Blue, verdammt nochmal, rede mit mir…“
„…Sibi?“ Silver erstarrte sofort, als dies über Greens Lippen kam und er wirbelte zu ihr herum. Zwar war sie aufgewacht, doch hielt ihre Augen nach wie vor geschlossen. Dennoch streckte sie ihre Hand nach dem Rotschopf aus, welche der Rotschopf ziemlich ungestüm mit beiden Händen packte, weil er nicht darauf vorbereitet gewesen war.
Er bemerkte erst, was er getan hatte, als er ihre Hand bereits in seinen hielt und seine erfreuten Worte blieben ihm im Halse stecken.
„Silver.“ Der Angesprochene wandte sich von Green ab und sah Blue an. Verzweiflung war in seinen Augen zu sehen, gemischt mit einem leicht flehenden Ausdruck, welcher Blues Worte erschwerte:
„Ich muss dich um einen Gefallen bitten. Deshalb hab ich dich geholt.“ Zuerst zögerte Silver, doch dann rang er sich ein Nicken ab.
„… lösche bitte Greens Erinnerung.“
Was soll ich?! Willst du, dass sie uns wieder vergisst? Glaubst du etwa, das ist eine Lösung?“ Blue schüttelte niedergeschlagen den Kopf.
„Nein, lösche nur die Erinnerung an die letzten 30 Minuten aus. Circa. Sie darf sich an nichts mehr erinnern, nachdem sie vom Balkon heruntergesprungen ist.“ Natürlich verstand Silver nur Bahnhof und sah ihn kurz verwirrt an, während er weiterhin Greens Hand mit beiden Händen festhielt.
„Wie bitte, was soll ich tun?“
„Durchforste einfach ihre Erinnerung an die letzte Stunde. Dann wirst du schon verstehen. Ich selbst beherrsche keine Verbotenen Künste, ansonsten würde ich es selbst tun.“ Silver nickte und fragte ihn, ob sein Bruder ihm auch erklären wollte, warum er das tun sollte.
„Das erzähle ich dir danach. Es ist wichtig, dass du es so schnell wie möglich tust…es wird schwerer werden, umso mehr Green wieder zu Bewusstsein kommt. Du schaffst das doch oder, Silver?“
„Natürlich schaff ich das! Verbotene Techniken dieser Art sind meine Spezialität, wie du weißt. Oder glaubst du, ich habe etwas verlernt?“ Blue schüttelte den Kopf und wollte gerade etwas hinzufügen, als…
„Sibi... bitte… tu das nicht…“ Beide Halbdämonen erstarrten augenblicklich, als Green sich einmischte. Ihre Augen waren nach wie vor geschlossen, doch sie schien mehr und mehr zu Bewusstsein zu gelangen; vielleicht war sie es auch schon und nur ihr geschwächter Körper hinderte sie daran, nach ihren Wünschen zu agieren.
„… Gary…Sibi…bitte nicht…“ Ehe Blue etwas sagen konnte, schlug Silver die Augen nieder und schien sich entschlossen zu haben. Er ließ Greens Hand los und legte seinen Arm unter ihren Oberkörper, womit er sie nun anhob.
„Blue“, begann Silver, während er ausdruckslos auf sie herab sah. Seine Gefühle unterdrückte er, als er sagte:
„Halt Green-chans Gesicht fest.“ Blue schluckte, schlug ebenfalls kurz die Augen nieder, ehe er aufstand und sich hinter Green niederkniete. Da es nicht das erste Mal war, dass er gesehen hatte, wie Silver diese Technik benutzte, wusste er, was jetzt geschehen würde: einige führten die Technik aus, indem sie ihre Finger auf die Stirn ihrer Zielperson legten, doch Silver konnte die Technik nur ausführen, indem er direkten Körperkontakt mit dem Opfer aufbaute: er musste die Lippen des Opfers mit seinen berühren.
„…Nein, ich will nicht…Ich will es nicht vergessen…ich will nicht vergessen, dass ihr… lebt…“
„Shh, Green-chan, es wird nicht weh tun“, sagte Silver mit beruhigender Stimme, doch es schien keine Wirkung zu zeigen. Green kam mehr und mehr wieder zu Kräften und vor allen Dingen zur Besinnung. Es würde von Sekunde zu Sekunde schwerer werden; für Silver und für Blue.
„Bitte nicht…bitte nicht! Ihr wisst nicht, wie alleine ich bin…ich will wieder bei euch sein! Ich will, dass alles wieder so wird wie früher! Tut mir das nicht an…bitte…“
„Green, du bist nicht alleine…es wird alles gut“, flüsterte Blue, während er seine bleiernen Hände von hinten an ihr Gesicht legte und es mit sanfter Gewalt nach oben drückte, da sie versucht hatte, es so tief wie möglich zu halten. Silver tat es Blue gleich und drückte Greens Beine nach unten, damit sie nicht auf die Idee kam, nach ihm zu treten, da sie bereits versuchte, ihn von sich zu drücken; was ihr natürlich nicht gelang, da sie zu schwach war.

„Bereit, Blue?“
„…nein, hört auf, hört auf!“
„Ja, mach.“
„…bitte, ich tue alles…alles! Bleibt bei mir, macht die Illusionen zur Wirklichkeit!“
„Du bist dir sicher?“
„… lasst mich nicht alleine…Sibi…Gary…“
„Ja! Nun mach schon!“
„…bitte nicht…“

Silver holte tief Luft und ehe er seine Lippen auf Greens legte, sagte er traurig:
„Ich rufe die 5te der Verbotenen Künste – Zersplittertes Puzzle.“


Ohnmächtig fiel Green in Blues Arme, nachdem Silver ihre Erinnerungen durchforstet hatte und alles nach ihrem Fall gelöscht hatte. Der Rotschopf stand auf und drehte sich von seinem Bruder weg, Richtung Horizont sehend, wo die Sonne aufgegangen war.
Der Kuss hatte nicht gut geschmeckt. Er hatte einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.
„Hast du noch Fragen?“, fragte Blue, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatten.
„Nein, keine.“ Damit drehte sich Silver wieder zu ihm herum und sagte zögernd:
„Blue, du…“ Er schwieg kurz, doch dann seufzte er.
„Nein, schon gut.“ Wieder schwiegen sie und Blue hatte nicht das Verlangen, Silver danach zu fragen, was er ihm hatte sagen wollen.
„Danke“, sagte er dann plötzlich. Silver sah ihn wieder an und meinte dann:
„Lass uns Green-chan nach oben bringen. Irgendwohin, wo die Wächter sie leicht finden. Irgendwo in die Sonne, damit sie nicht friert.“
Und so legten Silver und Blue Green auf eine steinerne Bank, die nahe dem Hauptpfad lag; man würde sie schnell finden. Die Sonne würde dafür sorgen, dass Green nicht fror, obwohl die Temperatur noch recht niedrig war. Das war auch der Grund, weshalb Blue darauf verzichtete, sein Oberteil zurückhaben zu wollen.
„Das heißt Abschied nehmen“, sagte Silver, während sie beide dastanden und Green beim Schlafen zusahen. Zwei schwarze Punkte inmitten einer schneeweißen Landschaft.
„Wir werden sie sicherlich bald wiedersehen.“
„Ja, vielleicht. Aber…anders.“
„Ja… anders.“ Blue war der erste, der sich dazu zwang wegzusehen und drehte sich um mit den Worten, dass sie lieber schnell verschwinden sollten, ehe die Wächter sie noch Bekanntschaft mit den Kerkern schließen lassen würden. Silver stimmte dem zu und hatte sich bereits umgedreht, als ihm noch etwas einfiel und er sich nochmal Green zuwandte.
„Grüß Firey von mir, Green-chan und sag ihr, dass sie ein Flachbrett ist.“
„Du Idiot, daran wird sie sich doch nicht mehr erinnern, wenn sie aufwacht.“
„Ich weiß, vielleicht wollte ich auch einfach nur das Gefühl haben, alles wäre…normal“, antwortete Silver mit einem Grinsen und verschwand daraufhin in deren Heimat.
Blue wagte es nicht, sich noch einmal umzudrehen, aber auch er konnte sich nicht dazu durchringen zu verschwinden, ohne etwas gesagt zu haben.

Er wollte ihr sagen, dass er sie liebte.
Egal was er getan hatte, was er noch tun würde.
Gary würde sie immer lieben.

Doch die Illusion war vorüber, der Traum vorbei. Er konnte es nicht sagen.
Er würde diese Worte in sich behalten, ewig in sich vergraben.
Und dort irgendwo, würde Green lächelnd sagen, dass sie ihn auch liebte. Sie würde seine Hand nehmen, sie mit ihrer verbinden und sagen:
„Wir sind wie Ying und Yang. Gegensätzlich und doch verbunden…“

Doch Ying und Yang waren nicht miteinander verbunden. Sie waren getrennt voneinander, waren es immer gewesen und würden es ewig bleiben.
Nur an einem Ort waren sie verbunden…und das war das Einzige, was sie miteinander verband:
die Sehnsucht nach einem Traum; nach dem Traum, in dem sie eins sein konnten.

Blue sagte nichts. Sah auf sie hinab, hörte von weitem Stimmen, die ihm sagten, dass er Silver folgen sollte.
Und statt dramatische Abschiedsworte zu wählen, sagte er nur drei Wörter:
„Auf Wiedersehen… Green.“